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Am 9. Februar 2014 nahm die Bevölkerung des Kantons Zürich die FABI-Vorlage mit 62 % Ja-Stimmen an und gab damit ein klares Zeichen für die Förderung des öffentlichen Verkehrs und dem nachhaltigen Ausbau der Eisenbahninfrastruktur. Dass nun im Rahmen der Leistungsüberprüfung 16 der Regierungsrat des Kantons Zürich beschliesst, zusätzliche Kosten auf die Gemeinden und Pendler*innen abzuwälzen und dazu noch beim Angebot des ZVV zu sparen, entbehrt jeglicher Logik.
Insgesamt 188 Millionen Schweizer Franken soll der öffentliche Verkehr bis ins Jahr 2019 zu einem besseren Finanzhaushalt im Kanton Zürich beitragen. Dabei muss aber unbedingt zwischen den einzelnen Massnahmen differenziert werden. Die Begrenzung des Arbeitswegkostenabzugs auf 3‘000 Franken war ein Teil der FABI-Vorlage und trifft vor allem Auto-Pendler. Sie wirkt so als Lenkungsmassnahme zuhanden des öffentlichen Verkehrs.

Im Weiteren hat der Regierungsrat zusammen mit dem ZVV die Einführung eines See-Zuschlags für alle Schiffskurse auf dem Zürichsee beschlossen. Dies steht völlig quer zum ZVV Motto: «Ein Ticket für alles». Das neu alle Fahrgäste (auch Pendler*innen) 5 Franken in Form einer zweiten Fahrkarte bezahlen müssen, wird unweigerlich zu einer Reduktion der Fahrten und somit auch der Einnahmen führen, da Fahrgäste auf andere Schweizer Seen ausweichen werden. Der Nachtzuschlag zeigt bereits seit Jahren, dass solche Zusatzfahrkarten, welche nicht dem Gedanken eines Zonensystems entsprechen immer wieder zu unnötigen Konflikten zwischen dem Personal und den Fahrgästen führt. Die Herausforderung wird eine zielgerechte und einfache Kommunikation gegenüber den Fahrgästen sein.

Besonders gefährlich, da noch nicht definiert, sind die folgenden zwei Punkte in der Leistungsüberprüfung: Die Volkswirtschaftsdirektion wurde beauftragt, das geplante Angebot des Zürcher Verkehrsverbundes zu vermindern und bei den Verkehrsunternehmen des Zürcher Verkehrsverbundes Kosten zu senken und Erträge zu steigern.

Wie die Konsequenzen aussehen werden, ist noch nicht klar. Jedoch wird es mit aller Vorrausicht das Personal jener Transportunternehmungen treffen, welche nicht durch einen Gesamtarbeitsvertrag geschützt sind. Die Sparmassnahmen werden sich nicht ohne grosse Proteste beim Angebot dieser Unternehmungen bewerkstelligen lassen, aber dafür mit etwas weniger Aufschrei beim Personal.

Der öffentliche Verkehr ist einer der wichtigsten Faktoren für einen erfolgreichen Kanton Zürich. Das Rezept für eine erfolgreiche Zukunft heisst deshalb nicht sparen, sondern ausbauen! Die Finanzierung muss dabei vermehrt mittels Lenkungsabgaben erfolgen, denn es macht keinen Sinn neben einem erfolgreichen öffentlichen Verkehr immer mehr Strassen für den Individualverkehr zu bauen.

Pressespiegel

Tages-Anzeiger: Es wird enger in Bus, Tram und Zug

Zürichsee-Zeitung: Seezuschlag kommt definitiv

Tages-Anzeiger: Zonen auf dem Zürichsee anstatt Schiffszuschlag

 

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