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Gesundheit

Die neusten kantonalen Kürzungen stellen einen weiteren Schlag gegen die Qualität der Pflege und die Arbeitsbedingungen im Gesundheitsbereich (Spitäler, Psychiatrische Kliniken, Rehakliniken, Pflegeheime, etc.) dar. Der Umfang der Kürzungsmassnahmen bis 2019 ist erschreckend. In den nächsten 3 Jahren sollen insgesamt 367 Mio. Fr. eingespart werden.

130 Millionen davon fallen auf die Senkung der Fallpauschalen zurück, welche der Kanton mit den Spitälern ausgehandelt hat. Unter mangelndem Geld wird in erster Linie das Personal leiden, insbesondere weil sich damit die bereits heute gängige Praxis, vakante Stellen nicht sofort oder gar nicht mehr zu besetzen, weiter verschärfen wird. Das bedeutet eine immense Mehrbelastung für alle, die in Gesundheitseinrichtungen arbeiten. Dies auch angesichts der stets alternden und damit vermehrt pflegebedürftigen Gesellschaft. In einem zweiten Schritt sind wir natürlich alle, durch die dadurch resultierende Senkung der Qualität der Pflege betroffen.

In eine ähnliche Kerbe schlägt die Idee weniger stationäre Behandlungen in Spital, Rehabilitation und Psychiatrie durchzuführen. Das bedeutet mehr Stress und weniger Beiträge für die Versorgenden und mögliche „Blutige Entlassungen“ für die Versorgten.

Weitere Millionen sollen durch die „Überprüfung kostentreibender Massnahmen“, darunter unter anderem Brandschutz und Arbeitszeiten, eingespart werden. Konkrete Angaben, was das bedeuten soll, fehlen.

Diese neuen Massnahmen verstärken den schon existierenden hohen Druck auf das Personal in den Gesundheitsinstitutionen. Schon jetzt leiden die Angestellten unter zu geringen Löhnen, da die Lohnentwicklung im Gesundheitsbereich hinterherhinkt. Diese Entwicklung wird durch die neusten Kürzungen weiter verstärkt. So wird beispielsweise die für individuelle Lohnerhöhungen zur Verfügung stehende Summe um 50% reduziert.

Die erfolgte Ökonomisierung entfernt die Pflege von den Bedürfnissen der zu Pflegenden und der Pflegenden. Der künstlich inszenierte Wettbewerb im Gesundheitsbereich schafft perverse Anreize. Diese zielen, auch im Sinne des zuständigen Regierungsrates, dem Privatisierungsturbo Thomas Heiniger, durch zunehmende Deregulierungen auf eine Privatisierung der Spitäler ab. Das zeigt sich gerade aktuell bei den Plänen das Kantonsspital Winterthur zu privatisieren und den Gesundheitsbereich noch mehr für private, gewinnorientierte Investoren zu öffnen.

Pressespiegel

Tages-Anzeiger: Hirslanden hat zu wenig Allgemeinpatienten

VPOD: spital-privatisierung-nein.ch

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